ArtikelDie Swahili-Fibel
VerfasserHelmut Richter
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Kapitel1. Plausch über und auch auf Swahili
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enthältFortsetzung des Kapitels

Es geht los: die ersten Sätze auf Swahili

Wir beginnen mit ein paar Begrüßungsfloskeln, einfach damit wir wenigstens „bitte“ und „danke“ sagen können. Besonders lehrreich für die Sprache sind sie nicht: teilweise sind es arabische Ausdrücke, teilweise sind sie so verkürzt, dass sie keine richtigen Sätze auf Swahili sind. Beispielsweise ist „Hujambo“ zwar sinngemäß mit „Gibts nichts bei dir?“ richtig wiedergegeben; würde man das aber wirklich fragen wollen, wäre die Frage etwa „Je, huna jambo?“.

Ein Unterschied zwischen Siezen und Duzen wird in Swahili nicht gemacht. Der Einfachheit halber stehen unten immer die Formen mit „du“; sie gelten ganz genauso auch für „Sie“. Nur bei der Begrüßung gibt es einen Unterschied: Respektspersonen grüßt man mit Shikamoo; auch Kinder grüßen Fremde oft so. Die Antwort darauf ist Marahaba. Ersteres ist ein zur Unkenntlichkeit verschliffenes nashika miguu yako (ich umfasse deine Füße), letzteres ein arabischer Zuspruch von Freiraum, der auch im Arabischen und anderen Sprachen als Gruß verwendet wird.

Viele Floskeln sind verschieden, ob man mit einer oder mehreren Personen spricht; in manchen Fällen ist es ein regelrechter Plural (etwa das Ersetzen der Vorsilbe u- (du) durch m- (ihr) oder das Anhängen von -ni an einen Imperativ), in andern eine analoge Bildung ohne rechten grammatikalischen Sinn.

Im Folgenden werden die Floskeln sinngemäß übersetzt, und bei Bedarf eine wörtliche Übersetzung mit „wtl.:“ dazu angegeben.

Grüße und Redewendungen
Habari za …
… asubuhi / leo / jioni?
… nyumbani / mama / kazi?
Wie gehts {wtl.: Nachrichten von} …
… am Morgen / heute / am Abend?
… zu Hause / der Frau / bei der Arbeit?
Umeamkaje / Mmeamkaje? Wie hast du / habt ihr geschlafen? {wtl.: aufgewacht}
Nzuri (sana). / Salama tu. (Sehr) gut. / Alles ruhig. {wtl.: nur friedlich}
Hujambo? / Hamjambo? Alles klar? {wtl.: Gibts nichts bei dir / euch?}
Sijambo. / Hatujambo. Alles klar. {wtl.: Es gibt nichts bei mir / uns.}
Shikamoo (mzee). Meine Verehrung (, ehrwürdiger Alter).
Umeshindaje / Mmeshindaje? Wie wars heute? {wtl.: wie hast du / habt ihr Erfolg gehabt}
Ndiyo. / Ndivyo. / Naam. Ja. {wtl.: Das ist es. / So ist es. / Ja (arab.).}
Hapana. / Siyo. / Sivyo. / La. Nein. {wtl.: Gibts nicht. / Das ist es nicht. / So ist es nicht. / Nein (arab.).}
Tafadhali. / Naomba (unipe …). Bitte. / Ich bitte (gib mir …).
Asante[ni] (sana). / Nashukuru (kwa …). Danke (sehr). / Ich bedanke mich (für …).
Hodi. Darf ich hereinkommen?
Karibu[ni]. Komm[t] rein; willkommen!
Karibu[ni] kiti. Nimm / nehmt Platz!
Karibu[ni] chakula. Komm[t] rein; iss / esst mit! Greif[t] zu!
Samehe / Samahani (tafadhali). Entschuldige/-gt (bitte).
Haidhuru. / Hamna shida. Macht nichts. / Kein Problem.
Pole (na …). Tut mir leid (wegen …).
Kwa heri[ni] (ya kuonana). Auf Wiedersehen. {wtl.: Aufs Glück (des Wiedersehens)}
Usiku mwema; lala/laleni salama. Gute Nacht; schlaf/-t gut.
Safari njema; fika / fikeni / rudi[ni] salama. Gute Reise; komm / kommt gut an / komm[t] gut zurück.

Fragen wie in den ersten beiden Zeilen sind Grüße, keine Erkundigungen nach dem Befinden – die wären später dran und sind dann nicht so formelhaft. Auf diese formalen Fragen wird immer positiv geantwortet, also mit nzuri (schön, gut), salama (friedlich, ruhig, sicher), njema (gut) oder safi (sauber, einwandfrei), möglicherweise verziert mit einer angehängten Verstärkung wie sana (sehr), tu (nur) oder kabisa (ganz und gar). Die Wahl der Antwort sagt nichts über das tatsächliche Befinden aus; einschränkende Formulierungen wie njema kidogo tu (nur ein wenig gut) sind dem Fall vorbehalten, dass es einem erkennbar so schlecht geht, dass eine positive Antwort verfehlt wäre.

Man dankt für alles, und meist ausgiebig. Schlichtes asante passt für eine Gefälligkeit, etwa für das Wasser, das vor dem Essen zum Händewaschen gereicht wird. Bekommt man etwas geschenkt, ist eher ein ausdrücklicher Dank (bei fehlenden Sprachkenntnissen etwa asante sana sana) mit Händedruck angebracht, im Zweifel bei mehreren Beteiligten. Als Antwort auf asante wird meist karibu gesagt, wie im Englischen.

Auch mit Mitgefühl für Kleinigkeiten ist man nicht sparsam. Erfährt man etwa, dass jemand nicht kommen kann, weil er krank ist, ist ein pole als Kommentar angebracht. Man fragt nicht, ob die Reise anstrengend war, sondern drückt gleich sein Bedauern aus: pole na safari. Und wenn man jemanden arbeiten sieht, kann man ihn mit pole na kazi (tut mir leid wegen der Arbeit) aufmuntern. Und für solches Mitgefühl bedankt man sich natürlich.

Anreden sind manchmal schwierig, aber man darf darauf verzichten. Formale Anreden wie bwana (Herr) und bibi (Frau, Dame) passen nicht immer, und Vornamen noch seltener. Nachnamen ohne Anrede werden nicht als Kasernenhofton empfunden und passen oft. Ist man ein wenig vertraut, kann man sein Gegenüber zu Verwandten ernennen und als mama (Mutter), baba (Vater), ndugu (Bruder) oder dada (Schwester) anreden – sicherhalber fragt man, obs passt. Mit mzee (ehrwürdige[r] Alte[r]) kann man bei alten Leuten eigentlich nichts falsch machen, ebensowenig mit mama (Mutter) bei erwachsenen Frauen unabhängig davon, ob sie eine Familie haben.