ArtikelDie Swahili-Fibel
VerfasserHelmut Richter
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Artikel-URLhttp://hhr-m.userweb.mwn.de/sw-fibel/
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Die Swahili-Fibel

Ursprünglich eine Sammlung isolierter Zitate aus der Swahili-Bibel „Habari njema“, anhand derer die Verbformen erläutert und diskutiert werden, hat sich dieser Artikel zu einer ziemlich vollständigen Beschreibung der wichtigsten Teile der Grammatik von Swahili entwickelt.

Vorwort

Geschafft! Nach zwölf Jahren enthält jetzt dieser Webartikel endlich alle fünf Kapitel, die anfangs geplant waren, aber, weil ich ja gleichzeitig dazugelernt habe, alles sehr viel ausführlicher als ich es damals vorhatte. Den langatmigen Plauderstil habe ich beibehalten. Er mag lästig sein, wenn man nur ein Detail nachschauen will, aber der Text sollte auch fortlaufend lesbar sein, und Stichwort­sammlungen oder Tabellen ohne Erläuterungen sind das nicht.

Ist es jetzt fertig? Im Web wird nie etwas fertig; immer wird es noch Verbesserungen geben und der Verfasser darf sie, anders als ein Buchautor, auch gleich für alle Leser einarbeiten. Aber jetzt ist ein Zustand erreicht, wo ich mich nicht immer gleich entschuldigen muss, dass wichtige Teile fehlen.

Und was es sonst in ein Vorwort zu schreiben gäbe, kann man ja dem Vorwort der ersten in dieser Form veröffent­lichten Fassung entnehmen, das ich anfüge, soweit es noch wahr ist.

Mai 2014

Aus dem alten Vorwort

Angefangen hat es damit, dass ich am Ende eines Bücher­flohmarktes, wenn es daran geht, schwer verkäufliche Bücher wegwerfen zu müssen, das Buch „Teach Yourself Swahili“ von D.V. Perrott in der Hand hielt und mir dachte: „Bücher über Sprachen schmeißt man nicht weg“ . So habe ich es mir gekauft und angeblättert, und ich war fasziniert von der Klarheit der Grammatik. Hätte Zamenhof, der Erfinder von Esperanto, Swahili gekannt, hätte er nicht mühsam eine neue Sprache erfinden müssen. Ich habe dann die beschriebenen Eigenheiten der Sprache anhand vieler Beispiele aus der Swahili-Bibel „Habari Njema“ (Gute Nachricht) mit dem tatsächlichen Gebrauch verglichen, was wegen der Regelmäßigkeit der Wortbildung viel leichter mit einer maschinellen Suche in Texten zu bewerkstelligen ist als es im Deutschen wäre. Auf diese Weise kann ich im Großen und Ganzen für die Richtigkeit einstehen, obwohl ich selbst Anfänger bin.

Mir ging es primär darum, große Teile der Grammatik gleichzeitig zu erfassen, also beispielsweise alle Verbformen in einer Tabelle, statt wie bei typischen Lehrbüchern kleckerweise jeweils dann, wenn sie das erste Mal vorkommen. Ich finde das übersichtlicher. Erläuternde Texte habe ich nicht stichpunktartig geschrieben, sondern so, als wollte ich es ausführlich erläutern. Zielpublikum war damals hauptsächlich ich selbst, aber eine spätere Nutzung durch andere hatte ich immer mit im Blick. […] Vielleicht kann der ganz andere Ansatz als in anderem Material über Swahili doch für den einen oder anderen nützlich sein, der beim Sprachenlernen ähnlich gestrickt ist wie ich.

Man mag darüber streiten, ob man Bibeltexte dazu gebrauchen oder missbrauchen soll, anhand ihrer eine Sprache zu lernen. Praktisch sind sie für den Zweck: Bibel­übersetzungen sind meist in einem nicht allzu kurzlebig-modischen Stil verfasst, sie sind oft im Web kostenlos verfügbar und man hat auch Übersetzungen in die eigene Muttersprache greifbar. Wer öfter die Bibel liest – und das möchte ich vor allem ihres Inhalts wegen empfehlen –, der wird manches wiedererkennen und so manches verstehen, auch wo er nicht jedes Wort kennt. Das deutsche Wort „Fibel“ für ein Sprach- und Leselehrbuch kommt ja von „Bibel“ und zeigt, dass vor einigen hundert Jahren ein Lesenlernen anhand von Bibeltexten auch in unseren Breiten üblich war.

November 2010